Hl. Anselm II. von Lucca
Mönch, Bischof von Lucca
* um 1035 in Mailand in Italien † 18. März 1086 in Mantua in Italien
Anselm war der Sohn einer einflussreichen und begüterten Familie und der Neffe von Anselm von Lucca dem älteren, der als Alexander II. 1061 Papst wurde. Dieser schlug ihn als seinen Nachfolger im Bischofsamt von Lucca vor, was Papst Gregor VII. 1073 bestätigte. In Folge des Investiturstreites blieb aber die ebenfalls nötige Bestätigung durch den deutschen Kaiser Heinrich IV. strittig, weshalb Anselm im Februar 1075 auf den Bischofsstuhl verzichtete und als Benediktinermönch ins Kloster Padilirone bei Mantua eintrat. Auf Geheiß des Papstes musste er noch 1075 ins Bischofsamt nach Lucca zurückkehren. Er begann mit Reformen bei den Kanonikern, war 1077 päpstlicher Legat in Mailand und 1079 und 1080 Teilnehmer an den Reform-Synoden. Ende 1080 wurde er von der reformunwilligen Mehrheit seiner Kleriker unter Mithilfe des Kaisers vertrieben.
Als päpstlicher Vikar in der Lombardei wurde Anselm nun mit der Verwaltung aller im Investiturstreit verwaisten Bistümer beauftragt und war auch im Exil einer der tatkräftigsten Helfer von Papst Gregor VII.. Wohl nach 1083 gab er eine von ihm zusammengestellte und redigierte Sammlung von Gesetzen heraus, die er in Auswahl und Systematisierung des überlieferten kirchenrechtlichen Stoffes - bisweilen mit Hilfe von deutlichen Textretuschen - auf den apostolischen Stuhl zuordnete. Umfassend beschäftigte er sich mit der materiellen Zwangsgewalt der Kirche und mit dem Problem des gerechten Krieges, so dass man ihn als theoretischen Vorläufer der Kreuzzüge bezeichnen konnte.
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